1. Scheibenreinigung
Grundsätzlich müssen Glasflächen entsprechend Ihrem Verschmutzungsgrad fach- und sachgerecht gereinigt werden. Dazu ist insbesondere eine ausreichende Menge klares Wasser zu verwenden. Zu vermeiden sind aggressive Reinigungsmittel (z.B. alkalische Waschlaugen, Säuren, fluoridhaltige Mittel) ebenso wie abrasive Reinigungsmaterialien. Der Einsatz solcher abrasiver Materialien ist allenfalls bei punktuellen Verschmutzungen zulässig, die nicht auf andere Weise zu entfernen sind.
2. Eigenfarbe
Alle bei Glaserzeugnissen verwendeten Materialien haben rohstoffbedingte Eigenfarben, die mit zunehmender Dicke des Glaserzeugnisses deutlicher in Erscheinung treten können. Um die gesetzlichen Anforderungen im Hinblick auf die Energieeinsparung zu erfüllen, werden beschichtete Gläser eingesetzt. Auch beschichtete Gläser haben eine Eigenfarbe. Diese Eigenfarbe kann in der Durchsicht und/oder in der Aufsicht unterschiedlich erkennbar sein. Schwankungen des Farbeindruckes sind aufgrund des Eisenoxid-Gehaltes des Glases, des Beschichtungsprozesses, der Beschichtung selbst sowie durch Veränderung der Glasdicken und des Scheibenaufbaus möglich und nicht zu vermeiden.
3. Kondensatbildung auf der äußeren Glasoberfläche
Je niedriger der U-Wert (früher k-Wert) eines Isolierglases, desto niedriger ist die Temperatur der Außenscheibe bei gleichen Raum- und Außentemperaturen. Als Folge des „Strahlungsaustausches“ mit dem Himmel ist auf der Außenoberfläche von hochwärmedämmenden Isoliergläsern in entsprechenden klimatischen Situationen (z.B. nach kalten, klaren Nächten) die vorübergehende Bildung von Kondensat auf der äußeren Glasoberfläche möglich. Dieses Kondensat bildet sich wieder zurück, sobald die Scheibe sich zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung erwärmt. Die Kondensatbildung ist physikalisch bedingt, unabhängig vom Isolierglas-System und stellt keinen Mangel dar.
4. Bekleben und Bemalen von Gläsern
Das nachträgliche Aufbringen von absorbierenden Folien und Farben führt bei Sonneneinstrahlung zu einer starken thermischen Belastung der Gläser mit der Gefahr des thermisch induzierten Scheibenbruchs. Ist bereits vor der Ausführung einer Verglasung bekannt, dass dort solche Folien und Farben angebracht werden sollen, so wird zur Herabsetzung des Bruchrisikos die Verwendung von Einscheibensicherheitsglas (ESG) empfohlen.
5. Teilbeschattete Gläser
Eine erhöhte thermische Belastung wird für ein Glas auch erzeugt, wenn ein Teil der Scheibe der direkten Sonne ausgesetzt ist, während ein anderer Teil im Schatten liegt. Solche beschatteten Gläser werden ungleichmäßig erwärmt. Die durch die ungleichmäßige Erwärmung erzeugten Spannungen im Glas hängen unter anderem ab von der Intensität der Sonneneinstrahlung, von der Absorption der Sonneneinstrahlung durch das Glas und von der geometrischen Verteilung der besonnten und beschatteten Glasflächenteile.
6. Heizkörper vor Glas
Zwischen Heizkörper und dahinter liegenden Isoliergläsern ist grundsätzlich ein Mindestbestand von 30 cm einzuhalten. Bei Verwendung von Einscheibensicherheitsglas (ESG) als innerer Scheibe des Isolierglases kann der Mindestbestand auf 15 cm reduziert werden.
7. Innenliegende Beschattungen
Das nachträgliche Anbringen von innenliegenden Beschattungen birgt bei Sonneneinstrahlung die Gefahr des Hitzestaus zwischen Beschattung und Verglasung. Das Anbringen der Beschattung ist deshalb z.B. im Hinblick auf den Abstand von der Verglasung und auf die Einbausituation so ausführen, dass ein solcher Hitzestau vermieden wird.
8. Aufkleber, Etiketten und Korkstapelscheiben
Aufkleber und Etiketten auf den Gläsern haben einen für diesen Zweck besonders geeigneten Spezialkleber. Sie sollten schnellstmöglich von den Glasscheiben entfernt werden. Insbesondere sollten die Aufkleber nicht für längere Zeit der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Nicht völlig vermeidbar ist ein gegenüber dem Rest der Glasoberfläche anderes Benetzungsverhalten an den Stellen, an denen Aufkleber und Etiketten entfernt wurden.


